Mein 2019

2019 - heiter und wolkig

Ende 2019 – heiter und wolkig

Das Jahr 2019 war nach meinem Dafürhalten insgesamt zu nass und zu kühl, auch wenn die drei Hitzewellen (Ende Juni, Ende Juli und Ende August) und die Annahmen der Wetterforscher dagegen sprechen sollten. Möglich, dass ich in meiner Wahrnehmung von meinem Sommer in Schweden, dem ersten mit ordentlich Regen, sowie dem in Dänemark, der uns ohne Quitten ließ, beeinflußt wurde.

Bar größerer Erschütterung hatte ich ein Jahr, das gleichmässig und flach verlief. Drei Mal Falster nur, was an einigen Auseinandersetzungen innerhalb des Vereins lag, und der kühle August in Schweden, dem ich neben ausgiebiger Lektüre dennoch einige schöne Fotografien abgewinnen konnte. Ja, allein der Umstand, dass ich mit der Kamera und all der Ausrüstung da oben im Wald war, erfüllt mich mit Stolz. Ich bin in der Fotografie weitergekommen.

Im Wald mit Kamera bei Husgölen, Schweden

Im Wald mit Kamera bei Husgölen, Schweden

Dass meine allgemeine Fotoseite für dieses Jahr – und ich bin noch im November – erst 1900 Bilder zählt (letztes Jahr waren es 1000 mehr) scheint nahezulegen, dass ich dem einzelnen Bild mehr Aufmerksamkeit gewidmet habe, während mich parallel dazu das Gefühl beschleicht, es vermehrten sich, gerade durch das Smartphone, mehr und mehr die Bilder und entzögen sich der Übersicht. Gerade eben habe ich noch zur Sicherung 24GB Bilddaten (seit August) verschoben. Hier im Blog blieb es bei 140 Artikeln, wie auch die Radiosendung, deren 20jähriges Bestehen ich dieses Jahr begehen konnte, auf nur einen Ausfall und damit 11 Beiträge kam. Alle finden sich hier dokumentiert. Ein gutes Ergebnis und mehr als genug, meine ich.

Die Sonntage, so ich sie in Hamburg verbrachte, nutze ich zu Spaziergängen und Radtouren, mehr denn je, will es mir vorkommen und trotz des Regens. Leider ohne Begleitung; auch wenn ich mir schon vor einiger Zeit eine App mit Wandergruppenterminen runterlud, wollte es am jeweiligen Sonntag aus unterschiedlichen Gründen doch nicht klappen.

Aber zu den erfreulichsten Entdeckungen in diesem Jahr gehörte das Lachyoga, das mir auf die einfachste und unterschwelligste Weise zu guter Laune verhalf. Schade, dass manche Termine nicht zustande kamen. Ich will die Sonntagabende in Zukunft nicht mehr missen la la lalala.

Wie weiter in 2020?

Ende letzten Jahres trug ich mir auf, eine Erzählung für mein Leben in Hamburg zu finden. Daran hatte ich eine Weile nicht gedacht, doch jetzt kommt es mir vor, als müsste ich Exil sagen. Ich lebe hier im Exil, ohne zu wissen, wohin ich zurückkehren könnte, – denn das gibt es nicht mehr (als hätte ich auf einer Insel gelebt, die vom Meer verschluckt wurde) -, und ohne zu wissen, wohin ich eigentlich gehöre. Dass ich zwischen beiden Unmöglichkeiten ausharre und mich nicht von der Stelle bewege, braucht dabei nicht zu verwundern.

Die Tage noch fand ich Twitter diese Zeilen aus Rilkes Briefe an einen jungen Dichter:

Forschen Sie jetzt nicht nach den Antworten, die Ihnen nicht gegeben werden können, weil Sie sie nicht leben könnten. Und es handelt sich darum, alles zu leben. Leben Sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben Sie dann allmählich, ohne es zu merken, eines fernen Tages in die Antwort hinein. (Rilke, 4. Brief)

Versprechen sie nicht einen leichten Trost?

  

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