PUNKS FOR FUTURE – Das Seminar im Dezember

Auf Sendung bei Radio X in die Zukunft...

Auf Sendung in die Zukunft…

Nachdem mir erst gestern der Gedanke kam, dass mit 2019 nicht nur ein Jahr, sondern auch ein Jahrzehnt zu Ende ginge, kam ich ob der vor mir liegenden Radiosendung ins Grübeln, ob eine Stunde dafür genügte. Sollte ich vielleicht bei Radio X um Zeitverlängerung bitten?

Nein, dachte ich dann. Jede Sendung ist sich gleich und jeder Inhalt muss in die vorgegebenen 50 Minuten passen, auch wenn statt des Jahresrückblick auch ein Jahrzehntrückblick anstünde.

Immerhin musste ich mich nicht gänzlich mit 2019 beschäftigen, einem Jahr, dass mit Ausnahme des Regens (in Schweden, und auch in Dänemark, sagte noch neulich der Nachbar, hatte es mehr Regen gegeben als sonst. Kein Wunder, dass es mit den Quitten nichts wurde…) arm an äußerlichen Ereignissen blieb.

So hatte das vorletzte Jahrzehnt schon das Thema vorgegeben, dem ich die zurückliegenden 10 Jahre ungefähr hartnäckig gefolgt war, dem Abschied von der Kunst. Parallel zum Projekt Hamburg, ab 2014, begleitet vom Tod des Vaters und der Demenz der Mutter. Was könnte ich da noch für mich erwarten?

Dass es noch eine Zukunft geben sollte, ja erbittert fordernd geben müsste, daran hat uns Greta erinnert, die demnächst das Cover des TIME Magazins zieren wird. Vor 40 Jahren grölten die Punks noch: NO FUTURE!!!

Jetzt sind alle Kids, und nicht nur sie, … FOR FUTURE, so dass wir paradoxerweise annehmen sollten, auch die Punks wären FOR FUTURE. Hätten wir uns das je gedacht? Selbst die Punks, PUNKS FOR FUTURE!!!

Und auf einmal hat die Zukunft wieder eine Zukunft.

* * *

Alle Gedanken zum abgelaufenen Jahrzehnt:

 
Nächste und erste Sendung im neuen Jahrzehnt: 10.1. 2020 auf Radio X.

  

2 Gedanken zu „PUNKS FOR FUTURE – Das Seminar im Dezember

  1. Sabine

    Lieber Stefan,
    vielleicht hat jemand ‘ne Idee?

    Nun, zu den konkreten familiären Problemen leider nicht; da kann ich nur mitfühlen und tu‘ das tatsächlich von Herzen…

    Zur Kunstablehnung und zum Gefühl, da auf der Stelle zu treten, habe ich in den letzten Jahren den Eindruck gewonnen, dass Du im Grunde Bestätigung Deiner (auch inneren) Erfahrungen suchst, nicht unbedingt die Erkenntnisse anderer in Deine Überlegungen einbeziehst, die vielleicht wirklich einen Aspektwechsel, eine neue Sicht bewirken oder unterstützen könnten…

    Du bist so angenehm kunstsystemkritisch, aber gehst nicht so weit, Dich von diesem wirklich maroden System zu lösen, sondern löst Dich mit der Kunst von etwas, weswegen Du dieses System damals überhaupt aufgesucht hast und das Dir einmal so viel bedeutet hat … wenn das jetzt nicht mehr so ist oder wäre: alles gut. Ich befürchte aber, dass das überhaupt nicht so klar empfunden ist und Du selbstverständlich jederzeit die Kunstprofessorenstelle bekleiden würdest, sofort mit der Fotografie, der Konversationskunst, mit was auch immer Du Dich beschäftigst „Kunstgeschichte schreiben“ wollen würdest, wenn sich dieses Fitzelchen an Chance auftäte.

    Mein Eindruck ist, dass dieses Dilemma aufzulösen Deine Aufgabe der nächsten Zeit ist. (Und entschuldige wieder einmal meine Offenheit an diesem öffentlichen Ort; ich kann’s nicht lassen, sonst dürfte ich Dich nicht mehr anhören. ;-/ )

    Das Gespräch, von dem Du erzählst, hört sich nach spannendem Austausch an. Warum möchte man aber bloß im Gespräch „nicht untergehen“…? Was bedeutet das: „untergehen“ in diesem Zusammenhang? Nicht zu „obsiegen“, wie es Götz Wittneben mal so treffend gesagt hat? Die kontroverse Diskussion war hoffentlich nicht nur Schlagabtausch bei absolut unveränderlichen Haltungen… und schon wieder: entschuldige bitte… aber ich möchte mich tatsächlich gerne mit Dir über sowas unterhalten, auf Dich ernsthaft eingehen und Dich bitten, das auch umgekehrt zu tun. (Wobei ich, was ich von der allgemeinen Definition der Postmodernen verstanden habe, auf Deiner Seite wäre… nur sicher nicht uneingeschränkt… was sagst Du denn zu ihrer Forderung nach einer prinzipiellen Offenheit von Kunst bzw. wie verstehst Du diese Forderung? Es müsste Dir doch eiskalt den Rücken runterlaufen, oder?)

    Wegen der Ereignisse des 11. September 2001 könnte ich auch heulen, besonders in Anbetracht der nun als sichere Erkenntnis gehandelten Fakten und der zornigen Ohnmacht, die ich empfinde, da höchstwahrscheinlich nie eine offizielle Anklage angestrengt wird. Da hilft auch mir kein Tee.

    Bei Interesse:
    https://www.heise.de/tp/features/9-11-Studie-schliesst-Feuer-als-Einsturzursache-des-dritten-Turms-aus-4518328.html

    Herzlich,
    Sabine

    P.S.: Ich bedauere, dass die „Isländer“ erst mal abgesagt haben und wünsche ganz herzlich schon mal friedliche Weihnachtstage; vielleicht verfrüht, wenn Du hoffentlich antwortest 😉 !

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    1. Stefan B. Adorno Beitragsautor

      Liebe Sabine,

      Weihnachten ist vorbei und ich komme nun dazu Dir auf Deine herzlich umfänglich und anteilnehmende Antwort zu schreiben. Ich versuche mal mich auf die Kunst zu konzentrieren.

      Ich weiß nicht so genau, warum Du die Idee hast, ich würde in Bezug auf die Kunst die Erkenntnisse anderer Menschen nicht einbeziehen. Dieses Jahr habe ich von Reinold Schmücker die recht anfordernden Bände „Wozu Kunst?“ und „Was ist Kunst?“ gelesen und daraus resultierend den Suhrkamp Sammelband „Theorien der Kunst“ neben dem Bett liegen. Die sind prall gefüllt mit Kunstansichten, die nicht unbedingt meine eigenen sind. Wenn Du darüber hinaus weitere kennst, die ich beachten sollte, dann höre ich gerne davon.

      Was meine generelle Haltung zur Kunst angeht, so will ich gerne zugestehen, dass die konsequenteste wäre, ganz von ihr zu schweigen und nicht mehr anzurühren. Wir, die Kunst und ich, waren nur allzulange ein dissentes Paar, das sich immer in den Haaren hing und unter gegenseitigen Beschimpfungen nicht von einander lassen konnte. Ich bin immer noch dran, diese Beziehung aufzuarbeiten.

      Ich kann Dir allerdings schon versichern, dass ich mir kaum mehr vorstellen könnte, nochmal Professor an einer Kunsthochschule zu werden. Vielleicht hast Du auch dieses Interview im Spiegel bemerkt, das heute über Twitter kam. Nein, mit dieser Institution möchte ich nichts mehr zu tun haben.

      Wovon ich aber dennoch nicht lassen kann, bleibt die Überlegung, inwiefern die letzten 30 Jahre meines Lebens eine Form finden könnten. Denn sich von der Kunst zu entfernen, ist ja auch eine Leistung, für die ich Beachtung finden möchte. Ja, vielleicht in der Form „Kunstgeschichte schreiben“ zu wollen. Paradox vielleicht.

      Deine Einladung zu einem Gespräch, auch zur Postmoderne, würde ich gerne annehmen, denke aber, dass es das beste wäre, von Angesicht zu Angesicht. Wie könnten wir das mal hinbekommen?

      Beste Grüße
      Stefan

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