Sonntag und endlich grau

Kamera am Torhaus der alten Marzipanfabrik in Altona

Kamera am Torhaus der alten Marzipanfabrik in Altona

Nach den letzten Sonntagen voller Sonnenschein, kündigte sich gestern schon ein leichter Wechsel an, der erstmals Wolken am Himmel zeigte. Welch ein Ereignis! Auch dass dann endlich der heutige Tag licht grau und hoffnungsvoll begann. Es bestand Aussicht, meine Fotografie wieder aufnehmen zu können.

Post aus der Vergangenheit. Kodak Tri-X Pan 11/1985

Post aus der Vergangenheit. Kodak Tri-X Pan 11/1985

Wie passend dazu traf gestern eine Sendung Planfilm aus der Vergangenheit ein. Neben dem erwarteten Kodak Tri-X Pan fand ich noch eine Packung Kodak Super-XX Pan in der Schachtel, einen Film, von dem ich noch nie gehört hatte. Er war schon Anfang der 1990er Jahre aus dem Handel gegangen. Ein weiterer Auftrag, Probeaufnahmen anzufertigen, denn immerhin hatten beide Filme ein Alter von 35 und 45 Jahren! Je ein Blatt davon wollte ich testen.

Dazu schien mir das erst gestern entdeckte Torhaus der alten Marzipanfabrik in Altona besonders geeignet, da die imposante Fassade den Film flächendecken ausfüllen würde. Nach den beiden Blättern Tri-X und Super-XX legte ich noch eine ’normale‘ Aufnahme auf Fotopapier (zur Kalotypie) nach. Bei der freundlichen Lichtstimmung wollte ich gleich noch zu einem weiteren Standort, dem Proviantamt aufbrechen, musste aber vorher nochmals nach Hause, wo ich das Kreppband zur Markierung der Filmkassetten vergessen hatte.

Ergo Lurup

Die Session am Proviantamt ging mit hoffentlich 2 gelungenen Bildern ebenfalls glatt vonstatten, worauf mir der Nachmittag noch Zeit zu weiteren Erkundungen ließ. Ganz auf gut Glück radelte ich die Bahrenfelder Chaussee stadtauswärts bis ich an die Trabrennbahn geriet, die mich sogleich in Bann schlug.

Trabrennbahn Bahrenfeld

Trabrennbahn Bahrenfeld

Da gibt es nicht nur auf dem leeren Parkplatz einige verloren abgestellte Imbisswagen, da liegt ein Service-Areal (oder wie soll man das nennen) des Hera-Beschleunigerrings, der in 10m Tiefe unterhalb des Geländes verläuft, da finden sich schließlich entlang der Rennbahn, direkt an der Grenze zum Volkspark, heruntergekommene Schuppen und Stallungen. Klar, irgendwo mussten sie ja auch die Pferde unterbringen. Vor und nach den Rennen.

Schuppen an der Trabrennbahn Bahrenfeld

Schuppen an der Trabrennbahn Bahrenfeld

Angesichts des Verfalls ärgerte ich mich, dass ich keine bessere Kamera als mein iPhone dabei hatte, aber vielleicht lässt sich ein Besuch wiederholen? In den jetzigen Zeiten ist nicht davon auszugehen, dass dort demnächst Pferderennen stattfinden werden. Und Freitag ist schon 1. Mai.

Siedlungswelten

Von der Trabrennbahn gedachte ich schnurgerade nach Othmarschen zu fahren und von dort wieder nach Altona, als ich schon kurz auf der Ebertallee aus Neugierde in die Steenkampsiedlung einbog, wo sich in vollkommener Manier einer Gartenstadt die allerschnuckeliegsten Siedlungshäusschen finden.

Am Torbogen. Heile Welt in der Steenkampsiedlung

Am Torbogen. Heile Welt in der Steenkampsiedlung

Einst gehörten die alle der SAGA, doch viele wurden verkauft, was das Areal zu einer der begehrtesten Adressen in der Stadt machte. Da ich eine Weile den Verteiler der SAGA bezog, konnte ich erinnern, dass ein solches Häuschen, unrenoviert, für etwas unterhalb von 500.000€ angeboten wurde. Was dann wirklich aufgerufen wurde, bleibt leider unbekannt. Auf einer Immoseite steht zur Zeit ein instandgesetztes Anwesen für 700.000€ im Angebot. Das ist fast günstig für Hamburg. Für mich trotzdem nicht erreichbar.

Weiter südlich in Othmarschen, nur durch einige Wohnblöcke entlang der Ebertallee getrennt, geht es dann im Millionenbereich los. Ich fuhr durch die Giesestraße, wo ich aus dem Staunen nicht mehr herauskam, was da an Häusern steht. Das ist kaum 10 Minuten von mir entfernt.

Der heutige Tag erfüllte mich mit reichen Eindrücken und Entdeckungen wie schon lange nicht mehr. Den Wolken seis gedankt.

  

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