Der erste Röntgenfilm

Zimmer. Erstes Bild auf Röntgenfilm verwendet als herkömmlichen analogen Film im Format 4x5.

Zimmer. Erstes Bild auf Röntgenfilm.

Schon einige Zeit reizte mich die Möglichkeit, medizinischen Röntgenfilm als herkömmlichen Film für die analoge Fotografie zu verwenden. Auf mehreren Foren fanden sich dazu Hinweise, wie auch jede Menge Beispiele auf Flickr (Stichwort xrayfilm).

Die Vorteile lägen neben den niedrigen Kosten in der Blau- oder Grünempfindlichkeit des Röntgensfilms, die eine Handhabung unter Rotlicht ermöglichen sollte, also auch die Entwicklung auf Sicht.

Nach einigen Recherchen auf iBei, die aber nur amerikanische Anbieter zu Tage brachten, fand ich durch einfache Suche im Netz einen deutschen Händler, der mir sehr einfach und problemlos eine Packung Film der Marke CEA zuschickte. 100 Blatt mit Versand für 26 Euro!

Nüchterne Verpackung: CEA OGA Röntgenfilm

Nüchterne Verpackung: CEA OGA Röntgenfilm

Leider fanden sich nirgendwo im Netz Angaben zu diesem Fabrikat. Die meisten Nutzer bezeugten Erfahrungen mit Fuji oder Kodak. So musste ich mir selbst behelfen und zwei Dinge klären:

a) war der Film tatsächlich für rotes Licht unempfindlich? Ich öffnete die Packung zuerst in einem Wechselsack und entnahm zwei Filmblätter, die ich einen anderen lichtdichten Karton umpackte.

c) welche Empfindlichkeit sollte ich zugrunde legen? Die meisten Quellen im Netz schienen bei der Verwendung herkömmlicher Fotoentwickler Fuji-Filmen 100 ISO (21 DIN) zuzusprechen. Damit wollte ich es auch versuchen.

Erster Test

Der fortgeschrittenen Uhrzeit nach blieb mir nur eine Belichtung in meinem Zimmer unter Kunstlicht, die den Röntgenfilm mehrere Sekunden exponierte. Danach warf ich das Blatt in eine Lösung HC-110 in der Verdünnung 1:31. Das Rotlicht hatte ich möglichst weit von den Entwicklungsschalen in meinem Badezimmer positioniert.

Schon nach kurzer Zeit bildeten sich auf dem Film erste Konturen ab, die sich schnell zu einem Bild formten. Der Entwicklungsschale gab ich immer wieder kleine Stöße. Nach etwa 20 Minuten hielt ich den Prozess für abgeschlossen und reichte den Film nach Zwischenwässerung ins Fixierbad.

Röntgenfilm Split: links das bläuliche Negativ.  Rechts die Umkehrung in normales Schwarzweiß.

Röntgenfilm Split: links das bläuliche Negativ. Rechts die Umkehrung in normales Schwarzweiß.

Und wie man an dem Bild hier sieht, ist gleich das erste Ergebnis durchaus gelungen. Wie von Röntgenfilmen gewöhnt, hat die klare Filmbasis einen bläulichen Grundton, der sich aber problemlos ausfiltern lässt. Es ist ja nur Schwarzweiß. Der Kontrastumfang schien mir auf jedem Fall über dem von Fotopapier als Negativ zu liegen.

Das ist sicherlich nicht preisverdächtig, zeigt aber, dass es ohne größere Schwierigkeiten möglich ist, Röntgenfilm in der eigenen Dunkelkammer zu entwickeln. Einen Schleier, der auf eine Empfindlichkeit für das rote Dunkelkammerlicht (DR. FISCHER Dunkelkammerbirne) hingewiesen hätte, konnte ich übrigens nicht ausmachen. An seinen dunkelsten Stellen blieb der Film glasklar.

Ein erfreulicher Beginn, auf den ich dann weitere Tests bei Tageslicht folgen lassen konnte.

Quick Facts

  • CEA OGA Röntgenfilm grünempfindlich. Format 13x18cm. In der Dunkelkammer unter Rotlicht auf 4×5 zugeschnitten.
  • Empfindlichkeit: um 100 ISO
  • Entwicklung in Kodak HC-110 1:31, später auch 1:100, in der Schale. Etwa 20-25 Minuten.
  • Fixierbad: 10 Minuten. Wässerung: 30 Minuten.
  • Nach Trocknung Scan vom Negativ.
  

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