Sonntag mit Quitten

Quitten aus der Wetterau

Quitten aus der Wetterau

Es begab sich, dass mir mein Freund Rainer am Sonntag vormittag seinen Besuch ankündigte, mit der Absicht, mir die Quitten zu bringen, die er kürzlich in meinem Auftrag bei sich in der Nachbarschaft erworben hatte. Für mich eine Zwickmühle, denn die Lichtverhältnisse sahen für meine Fotografie sehr günstig aus.

Schließlich gab ich den Quitten Vorrang, die wenig nach unserem Telefonat goldig gelb und herrlich duftend bei mir eintrafen. Im Internet las ich, dass man sie noch etwa 2-3 Wochen nach der Ernte bei Zimmertemperatur lagern sollte, wozu ich dann in meiner Küche das Obstregal installierte. Gut, dass ich es in Hamburg nicht entsorgt hatte.

Bei einer Tasse Tee kamen wir dann zu ganz anderen Problemen. Rainer beklagte die bürokratischen Hindernisse bei der Solarstromerzeugung auf dem eigenen Dach und fragte, ob wohl die neue Bundesregierung den Vorgang vereinfachte? Ich gab mich da sehr pessimistisch, denn am Ende gewönne immer die Bürokratie. Und Europa mischt auch immer mit, warum ich den jüngsten Problemen mit Polen doch eine gewisse Sympathie entgegenbringen konnte. Rainer meinte, damit die europäische Einigung wirklich vorankäme, bräuchte es verstärkte Investitionen in die Erzählung von Europa, auf dass sich die Spanier dann für die Polen und endlich die Griechen für die Irländer interessierten. ARTE sei ein Anfang, es müsste aber ein ARTE hoch zehn geben.

Da es sich im Gehen besser denken lässt, liefen wir noch eine schöne Runde im Grüneburgpark, bevor Rainer zurück aufs Land fuhr. Danach überlegte ich, was ich noch mit dem angebrochenen Nachmittag anstellen konnte. Für die Fotografie war es zu spät, aber eine kleine Tour mit dem Rad sollte noch möglich sein. In den Dornbusch oder so. Die Lichtstimmung war grandios.

Verwaltungsgebäude. Hauptfriedhof Frankfurt Eckenheim

Verwaltungsgebäude. Hauptfriedhof Frankfurt Eckenheim

An der Eckenheimer Landstraße kam ich am Hauptfriedhof vorbei, dem ich einen ersten Blick widmete. Eigentlich mag ich Friedhöfe nicht, aber das mächtige Eingangsensemble, das zur linken Seite von der imposanten Trauerhalle bestimmt wurde, zog mich an. Im gegenüber stand ein eher bürgerlich, der ungeheueren Strenge der Trauerhalle gegenüber beinahe galant, landschlösschenhaft wirkendes Haus, das sich als die Verwaltung auswies. In seinem Dachsims bemerkte ich, wie schon die Tage in Bornheim, eine Uhr. Herr, es ist Zeit…

Mein weiterer Weg führte mich an die Eschersheimer Landstraße, auf die Höhe der Pavillons, die in einer Reihe rechts der Straße standen. Sie mochte ich immer schon. Ein Bild des letzten, stadtauswärts, die chemische Reinigung. Neulich hatte ich an diesem Ort zuviel Sonne. Heute war alles perfekt.

Chemische Reinigung am Dornbusch

Chemische Reinigung am Dornbusch

Quer durch die Wohnanlagen, dann die Eichendorffstraße, da war ich fast schon wieder zuhaus. Ein passender Abschluß für diesen Sonntag. Abends eine erste Portion Quittenkompott.

  

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