Über die Felder bei Ilbenstadt

Blick auf Ilbenstadt

Blick auf Ilbenstadt

Schon wieder ist eine Woche vergangen, die Zeit rast nur so dahin und brachte immerhin das beste Wetter auf den Weg, so dass der Monat Februar nun als ausgeglichen gelten kann (2 gute, 2 schlechte Sonntage). Mit Uli nahm ich die Bahn Richtung Wetterau.

In Bad Vilbel kam uns Rainer mit dem Wagen entgegen. Unser Ziel sollte Ilbenstadt sein. Doch vorher führte uns der Weg durch eine bedrückende Vorstadtdystopie. Handel- und Gewerbegebiete, wie man sie nennt. Rechteckige Kisten, mehrere Stockwerke hoch, von weitläufigen Parkplätzen umgeben, eine nach der anderen, von Dortelweil bis Karben. Die ersten Fachwerkhäuser, Anmutung einer ALT-Stadt, im Ortskern von Karben wirkten dagegen wie eine Erfrischung. (Nett war es da trotzdem nicht, vom Schloss Leonardi abgesehen, das wir ein Fremdkörper herausstach.) Wir fragten uns, ist das Stadt, ist das Land? Es ist Sprawl.

In Ilbenstadt stiegen wir an einem herzlichen Parkplatz (mit Supermarkt und Taunusblick) aus und machten uns auf den Weg zu unserem ersten Ziel, dem Nonnenhof. Vorher wollten aber Rainer und Uli, als hätten wir unterwegs nicht schon genug Schröcklichkeiten gesehen, noch die Eigenheimreihen von Ilbenstadt sehen und schätzen. Sie erstrecken sich längs der mächtigen Mauer des Ilbenstädter Klosters.

Der Nonnenhof im Tale bei Ilbenstadt

Der Nonnenhof im Tale bei Ilbenstadt

Im Tal, hart am Hang und etwas abseits des Ortes lag der Nonnenhof, eine mächtige Anlage, die in Vorzeiten zum Kloster gehörte. Wie es einst da früher aussah, zeigt eine vorzügliche Webseite mit weiteren Aufnahmen aus der Wetterau von vor 100 Jahren. Besichtigen konnte man auf dem Nonnenhof nichts, so dass wir von dort entlang des Waldes von der Siedlung fortstrebten, auf immer matschiger werdenden Wegen, leider. Besserung trat erst auf, als der Weg die leichte Höhe erklomm, auf der die Bahnlinie verlief. Danach liefen wir über weite offene Felder gen Assenheim. Die Natur immer noch winterlich.

Fraglos beschäftigte uns alle der gerade einmal drei Tage alte Überfall Russlands auf die Ukraine, mit dem niemand gerechnet hatte. Mich ging die Frage an, was Putin eigentlich genau vorhatte, denn seit gut 200 Jahren galt in allen kriegerischen Auseinandersetzungen das Primat der Politik. Wo solches fehlte (zuletzt so schmerzlich im August 2021 in Afghanistan bemerkt. Ebenso noch kürzlich in Mali.), musste jede noch so erfolgreiche militärische Operation ins Leere laufen. Glaubt Putin wirklich, er könnte in der Ukraine einen Vasallenstaat nach dem Vorbild von Belarus schaffen?

Karte Wegstrecke rund um Ilbenstadt

Wegstrecke rund um Ilbenstadt

In Assenheim drehten wir um und hielten uns links der Nidda (um den geschäftigen Radweg am rechten Ufer zu vermeiden) über die Grasnarbe wieder auf Ilbenstadt zu, das wir in überschaubarer Zeit erreichten. Unser kleiner Rundweg entsprach 12km oder 15.500 Schritten.

Den Abschluss des sonnigen Tages bildete die Schnitzelfindung, die uns in Karben im Deutschen Haus vorzüglich gelang.

  

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