Auf Um- und Abwegen im grauen Eckenheim

Downtown Eckenheim. Man beachte den Leerstand auf der Ecke.

Downtown Eckenheim. Man beachte den Leerstand auf der Ecke.

Gestern stand die Wetteranzeige noch auf Regen, heute morgen erfreulicherweise nur noch auf Grau. Eine gute Gelegenheit, mit Rad und Kamera unbekannte Gegenden Frankfurts aufzusuchen, Eckenheim etwa.

Unterwegs notierte ich schon im Dornbusch einige Entdeckungen: eine eigene Tankstelle für den HR, eine koreanische Kirche, den Musikbunker am Marbachweg und einen Wetterpilz in der nahegelegenen Grünanlage, der nach Umbau vielleicht kein Wetterpilz mehr sein wird.

Supermarkt am Rande Eckenheims. Für alles gesorgt.

Supermarkt am Rande Eckenheims. Für alles gesorgt.

So kam ich nach Eckenheim, wo ich gefühlt sehr weit weg von Frankfurt war. Und doch prägte die Großstadt das ehemalige Dorf. Leerstand an Ladenlokalen zeigte sich augenfällig. Keinerlei Geschäfte mehr des täglichen Bedarfs; von einem Zeitschriften-Kiosk abgesehen. An der Kreuzung eine italienische Gaststätte (früher das King Creole, wie mir auf Twitter erklärt wurde.), gegenüber eine Änderungsschneiderei und weiter hinüber eine Thai-Massage (zertifiziert auch für Tibetische Honigmassage!). Am Ortsrand hingegen eine großer Supermarkt, der offensichtlich für alles weitere zur Verfügung stand. Gleich auch für die Post, vertreten durch eine mächtige Packstation. Großstädtisch ebenso die Preise. Ein Schnitzel mit Pommes (ohne Salat) beim Homburger Hof, einer Apfelweinwirtschaft, stolze 13,90€! Die Immobilien, die sich sicherlich vom dörflich-schnuckeligen Kleinklein nicht beeindrucken ließen, dürften dem nur folgen. Ich bemerkte an der Dorfstraße ein Neubauprojekt. Die Webseite dazu gab keine Auskunft über die Kosten. Nach einer Recherche fand ich dann heraus: ab 58qm und 468.000€. Das wären 8.000€ auf den Quadratmeter.

Kastanienhof in Eckenheim

Kastanienhof in Eckenheim

Im Dachgeschoß dieses Hauses residierte in den 1990er Jahren eine 8er-WG, die für ihre fulminanten Partys bekannt war. Manches Mal verließ ich sie berauscht bei Anbruch der Morgendämmerung. Jetzt wirkte von außen die Etage verlassen. Was wird aus ihren Bewohnerinnen geworden sein? Unserer aller Weg haben sich zerstreut. Um die Ecke wohnte damals auch ein Freund von mir. Ich glaubte, den Ort, eine ausgebaute Scheune, wieder erkannt zu haben.

Zur Sandelmühle

Ich machte eine Sprung, der mich auf abenteuerlichen Wegen vom Rande Eckenheims (hier 10stöckige Wohnblocks) über die Felder nach Eschersheim und von dort zur Sandelmühle brachte.

Kamera aufgebaut an der Baustelle Sandelmühle

Kamera aufgebaut an der Baustelle Sandelmühle

Schon neulich war mir dort dieses große Baufeld aufgefallen, auf dem wohl eine neue Siedlung entstehen soll. Derzeit sind sie noch am Räumen und Planieren, woraus der fast wüstenhafte Charakter des Geländes meiner Fotografie sehr entgegenkam. Leider fand ich nach einer ersten Aufnahme keinen weiteren Standpunkt und kurvte danach noch erfolglos in der Gegend herum. Weiter zum Mertonviertel hin wurde eine riesiges Bürohaus, das Lurgihaus, abgerissen, aber ich kam nirgendwo an den Ort heran. Absperrungen hielten mich fern. Ansonsten blies der Wind zu stark, so dass ich schließlich durch Teile des östlichen Dornbuschs den Heimweg antrat.

Karte Radtour nach Eckenheim, Eschersheim und das Mertonviertel und zurück

Wegstrecke rund um Eckenheim

Nachgemessen ergab meine Tour etwa 17,6km. Ich bin aber sicher, dass es durch die vielen Um- und Abwege wesentlich mehr waren.

  

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