Auf- und Nachträge meiner 6. Woche (im Herbst) in Paris.
🔵 Montag (3.11.), am Vormittag nach Belleville, aber in der Zeit verschätzt, so daß ich auf halber Strecke umkehren musste. Einkauf beim Carrefour und dann Telefon mit dem werten Cousin. Sehr anregend. Danach zum Herunterkommen rauf zu Sacre-Cœur gesprinted. Aufgehender Mond.
🔵 Dienstag (4.11.), morgens wieder Sprachcafé bei Robert Sabatier. Wie sprachen über die verschiedenen Feiertage unter dem Eindruck des bevorstehenden 11.11. in Frankreich. Seltsam, dass wir in Deutschland keinen Feier- oder Gedenktag haben, der an unsere (unrühmlichen) Kriege erinnert. Ich wäre ja für den 9.11. als Schicksalstag der deutschen Geschichte.
Nachmittags in die Bibliothek des DFK. Suche nach Literatur zum deutschen Exil im Paris der 1930er Jahre. Mühselige Angelegenheit.
🔵 Mittwoch (5.11.), trotz leicht ungünstiger Lichtstimmung in den 17. Arrt., um mir ein Bild von der 84 Avenue Niel zu machen. Letzter Wohnsitz Gilles Delueze. Unterwegs viele nette Läden entdeckt. Rue Poncelet. Abends wieder Atelier de conversation, diesmal ohne Bénévole. Wir waren auf uns selbst gestellt. Das war anstrengend.
🔵 Donnerstag (6.11.), 6 Uhr aufstehen, 7:30 am Gare du Nord, lange Schlange vor der Security. 9:00 Abfahrt, 10:30 St. Pancras. Ich bin in London. Gleich die Einkäufer erledigt. Bei Fortnum und Harrods Tee geholt. Dann an die Themse, Westminster. Nach South Kensington. Der Vintage Modeladen, den Manu mir empfohlen hatte, typisch englisch, leider ab sehr klein. Konnte nichts finden. Kensington dafür aber lieblich, satt und bürgerlich. Ein Stück weiter mit der Circle Line bis Baker Street. In der nahegelegenen Chiltern Street gab es jede Menge Mode für Herren. Ich hatte nur nicht genug Zeit.
🔵 Freitag (7.11.), endlich wieder Sprachcafé bei Goutte d’or. Es ging heute um Musikvideos. Wir schauten von Stromae Formidable an und lasen den Liedtext. Stromae wurde schon letzten Dienstag bei Robert Sabatier erwähnt. Ich kannte ihn nicht, aber in Frankreich scheint er populär zu sein. Im weiteren Verlauf der Diskussion outete sich der indische Student als Fan von Gansta Rap. Sehr lustig.
🔵 Samstag (8.11.), bei sehr milder Witterung am Canal Saint-Martin.
🔵 Sonntag (9.11.), erstmal zum Bäcker. Sonntagsstimmung rund um Jules Joffrin. Ein kleiner FLohmarkt baute sich auf. Ich wollte für immer bleiben.
Danach nach Joinville-le-Pont, an die Marne. Überraschend grau. Und kühl. Jacke zu dünn. Immer am Ufer entlang. Kurz einen Café an dem Naturkundehaus. Da kam schon die Sonne raus. Ich nahm einen Bus, der mich an der Seine entlang bis nach Bercy brachte. Dort bei letzten Sonnenstrahlen in das Shoppingdorf. Auch Sonntag.


