Mit Bahn und Schienenbus nach Gronau. Das ging schnell. Von dort den gewohnten Weg entlang der Nidda über Dortelweil nach Bad Vilbel.
Die Landschaft insgesamt, bei grauem Himmel, winterlich, fast farblos. Auf Dortelweil zu bemerkte ich am Wegesrand dichte Gehölze, die bald eine verwobene, filzige Konsistenz hatten, dabei aber winzige Details offenbaren, wie violette Beeren.
Bei kräftigem Schritt kam ich schnell in Dortelweil an, wo ich entschied, weiter bis Vilbel zu laufen. Das war in etwa noch einmal die Hälfte der Strecke. Mit der S-Bahn war ich im Nu wieder in Frankfurt. Immerhin 9,8km (12.621 Schritte).
Zurück von der Arbeit in Potsdam
Gestern war ich aus Potsdam zurückgekehrt. Die ganze Woche hatte ich mich bei meiner Schwester um den Nachlass meiner Mutter gekümmert. Dazu gehörte die Steuererklärung und das Lager in Neukölln. Meiner Mutter fehlten, wie uns neulich das Finanzamt mitteilte, die Steuererklärungen der letzten 5 Jahre. Dass sie schon tot ist, ficht die Behörde nicht an. Um die notwendigen Angaben zu bewältigen, hatte ich mit vorgenommen, alle Kontoauszüge durchzugehen. Wenn, dann würde man darin zuerst Ein- und Ausgänge bemerken. (Es fehlte ein unübersichtlicher Anteil an Belegen.). Aus den Kontoauszügen machte ich mir dann Notizen, die ich anschließend in eine Jahresübersicht zusammenfassen wollte. Diese bekäme dann der Steuerberater. Damit brachte ich 2 Tage zu.
Im Lager kamen wir, meine Schwester und ich, auch voran. An zwei Tagen gelang es uns, zwei Stapel zu bilden. Einen, von Dingen, die wir behalten, einen anderen, von Dingen, die wir wegwerfen wollten. Dabei mussten wir immer wieder schmerzhafte Entscheidungen treffen. Es war traurig, wie schon an Weihnachten, Hausrat, Bücher, Erinnerungsstücke, die den Eltern viel bedeutet hatten, jetzt in den Schredder zu geben. Auch Bücher aus meiner Kinderzeit gab ich weg. Von einigen machte ich zur Erinnerung Fotos.
An Stefan George und Ernst Jünger lag mir weniger, dennoch sortierte ich ich einige Kisten ihrer Bücher aus, die zu mir nach Frankfurt gehen sollten. Ich wollte wenigstens (im Andenken an meinen Vater) versuchen, jemanden zu finden, der etwas damit anfangen könnte.
Im Lager war es zum Glück nicht so kalt wie befürchtet. War ich am Montag noch bei Schnee und Minusgraden in Berlin angekommen, setzte gleich darauf schon Tauwetter ein, das die Temperaturen in die Höhe trieb. (Gut auch für die Bundesbahn, die Montag bei Eisregen in Frankfurt nur eine halbe Stunde Verspätung produziert hatte und Samstag ganz pünktlich blieb. Ich fahre auf der Hinfahrt immer über Erfurt und auf der Rückfahrt über Braunschweig, Göttingen, Kassel.)
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