Frankfurt zwischendurch

Über den Main auf Frankfurt zu ...

Über den Main auf Frankfurt zu …

Notizen aus meiner vierten Woche in Paris, die mich zu ihrer Mitte hin auch nach Frankfurt brachte, denn dort musste ich die Sendung der Spedition aus Berlin entgegennehmen.

Doch der Reihe nach …

🔵 Montag (23.2.), zart und mild die Witterung. Ich nahm den Bus 80 vor meiner Haustüre, der mich ganz schnell zum Place de Clichy brachte. Dort warf ich einen Blick in die Buchhandlung, dann streifte ich durchs Batignolles. Bei einer Bäckerei, die »Plein Cœur«, nicht »Plan Cœur« hieß, bekam ich Kaffee und Croissant, sass dann am Rande der Eisenbahn, direkt neben mir ein Karussell (wie letztes Jahr, wie ich auf einem Foto feststellte). Danach Einkauf beim Carrefour am Pont Cardinet. Ein mittelgroßer, moderner Laden.

Nachmittag Videokonferenz nach Potsdam. Besprechung mit dem Steuerberater meiner Mutter, wie wir die Aufstellung unseres Erbes gegenüber dem Finanzamt voranbringen wollen.

Heute wäre eigentlich wieder Atelier de conversation, was aber durch Ramadan verhindert wurde, weshalb ich auf die Idee kam, eine andere Gruppe zu besuchen. In Saint-Ouen, das Le Joli Mai, schon lange angedacht. Nur, als ich dort aufschlug, sah das Gebäude dunkel aus. Neben mir standen noch 2 andere Menschen ratlos davor. Sie zeigten mir per Übersetzung auf ihrem Handy, sie wären Ukrainer. Nach einer Viertelstunde gab ich auf. Schade.

🔵 Dienstag (24.2.), morgens wieder Sprachcafé bei Robert Sabatier. Diesmal mit Wanda, die das besonders gut macht. Ich sollte sagen, welches Fabelwesen ich gerne wäre. „Zeus“! Das stellte ich mir super vor. Du könntest die ganze Welt erschaffen und nebenher mit einem dutzend Göttinen (déesses) Liebe machen. „Mégalomane“, kommentierte Wanda.

Kurz einen Kaffee beim Bäcker, dann Einkauf bei Monoprix (für Frankfurt) und zu weiteren Besorgungen in die Stadt. Erst zu Le BHV, wo ich ein süßes Reisebügeleisen erstand, weiter zum Place de Clichy. Das gestern entdeckte Buch über die Kulturgeschichte des Esels musste doch zu mir gehören. (Nebenbei, am Place de Clichy existiert immer noch das Café Wepler, das in Henry Millers »Stille Tage in Clichy« erwähnt wird.)

Abends dann nach Belleville zum Treffen mit Oliver. Es war noch so warm, dass wir anfangs bei Jourdain draußen sitzen konnten. Mein Wunsch, mal gediegen essen zu gehen, ging leider nicht auf wie erhofft. Das Lokal, in dem wir dann landeten, war so etwa Typ Studentenkneipe und das Essen entsprechend Durchschnitt. Am nächsten Tag merkte ich dann noch, viel zu salzig war es auch. Gut, ein Versuch. Vielleicht beim nächsten Mal das Wepler.

🔵 Mittwoch (25.2.), fast übernatürlich warm, als ich am Mittag eine kleine Runde um Montmartre drehte, bevor ich packen und die Wohnung verlassen musste. Der ICE fuhr pünktlich um 15:20 am Gare de l’Est los, blieb aber nach kaum 10 Minuten am Rand noch von Paris liegen und musste sich „resetten“. Das brauchte eine ganze Stunde. Immerhin kamen wir dann weiter und ganz überraschend traf ich im Bordbistro einen Bekannten aus meiner Bürgerinitiative aus Hamburg. Er hatte sich mit seiner Frau ein paar Tage Paris gegönnt (inklusive Gerhard Richter Ausstellung). So ließ sich immerhin die Zeit bei angenehmer Plauderei herumbringen. 59 Minuten nach dem Fahrplan kamen wir dann in Frankfurt an.

🔵 Donnerstag (26.2.), wieder in Frankfurt, seltsam. Besorgungen standen an, denn morgen und Samstag sollte der Nahverkehr bestreikt werden. Die obere Berger Straße erwies sich als praktisch. Dort lagen alle notwendigen Läden auf einer Linie. Späterer Nachmittag fand ich mich in der Unibibliothek ein. Zu dem Buch von Birte wollte ich schnell noch ein Kunstforum (Betriebssystem Kunst) recherchieren. Mit dem Handy lassen sich die entsprechenden Artikel abfotografieren. Die kann ich dann später digitalisieren.

🔵 Freitag (27.2.), heute sollte die Spedition aus Berlin kommen, aber es stellte sich heraus, dass sie es vergessen hatten! Schreck und Not. Da musste ich viel telefonieren und Druck machen, dass sie doch noch jemanden vorbeischickten, der mir die Sachen brachte. Danach war meine Wohnung noch ein Stück voller. Immerhin konnte ich schon gleich anfangen, die Bücher in den Kisten durchzugehen und auszusuchen. Ich will ja einen Großteil der Jünger- und George-Bücher loswerden.

🔵 Samstag (28.2.), das Radio weckte mich mit den Nachrichten zu den amerikanischen und israelischen Angriffen auf den Iran. Damit hatte ich nicht gerechnet. Was wird daraus werden? — Einkauf der letzten noch nötigen Sachen beim Rewe. Dann am Nachmittag nach Sachsenhausen, wo ich Alfred traf. Er war auch erst seit zwei Tagen aus Korea eingetroffen. Schön, dass unser Treffen zustandekommen konnte. Nach einem Espresso am Lokalbahnhof stiegen wir mit Unterbrechungen und Abschweifungen hinauf bis zum Goetheturm, wo wir uns nach links in den Wald wandten, um nach überschaubarer Zeit in Oberrad anzugelangen. Ich hatte dort schon unsere Einkehr anvisiert, doch das Gasthaus zum Hirsch stand leer und verlassen da. Dabei hatte ich noch gestern die Webseite konsultutiert (und mich über die niedrigen Preise gewundert. Schnitzel 9,80€). Das Gebäude (von vielen Jahren war ich da mal mit Verena eingekehrt) wirkte nicht, als wäre es erst gestern aufgegeben worden. Seltsam, dass noch die Webseite existierte. Zum Glück war es nicht weit zum Rudererdorf. Meine Hoffnung auf ein leckeres Schnitzel zerschlug sich leider, denn bei der Borussia gab es dazu nur Bratkartoffel. Wir dafür nebenan zum Inder. Auch gut. Anschließend im Schein des aufgehenden Mondes am Main entlang zurück. Abschied wiederum am Lokalbahnhof. Ein feiner Tag. — (Alfred hatte unseren Nachmittag so beschrieben.)

🔵 Sonntag (1.3.), wieder packen und Wohnung fertig machen. Um 12:53 mit dem ICE von Frankfurt weg. Freundlicher Sonnenschein, der Zug gut gefüllt. Pünktlich kamen wir kurz vor 17:00 am Gare de l’Est an. Nach dem Einkauf beim Super U drehte ich einen Runde durch meinen Kiez rund um Jules Joffrin. Bestaunte den Mond über den Dächern. — Es geht weiter für mich in Paris. Der März steht an.

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Der Februar in Paris war durchweg zu warm und zu nass.

  

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