Hochbunker am Marbachweg #3

Hochbunker am Marbachweg. Frankfurt Dornbusch. Fotografie schwarzweiß analoges Großformat 4x5, mit Hipstamatic bearbeitet.

Hochbunker am Marbachweg. Aufnahme analog, mit Hipstamatic bearbeitet.

Gleich am Montag entwickelte ich den ersten Planfilm. Der sah zuerst gut aus, bis ich im Scan viele viele kleine Störungen entdeckte, die das Blatt für den normalen Gebrauch unnütz machten. Ich half mir hier für den ersten Eindruck mit einer Bearbeitung in der App Hipstamatic aus.

Ich beriet mich mit der KI über die Störungen. Denn zum Glück hatte ich ja noch zwei weitere Blätter Film belichtet.

Mögliche Ursachen für die extremen weißen Störungen („Schnee“):Staub / Lint / Trockenmarks (sehr häufig bei solchen Bildern)

  1. Die weißen Punkte sehen klassisch nach Staubpartikeln oder Fusseln aus, die während des Trocknens auf der noch feuchten Emulsion kleben blieben. Bei alten Filmen ist die Emulsion poröser und nimmt Staub stärker an.
    Auch Wasserflecken / Trockenmarks (besonders bei hartem Wasser ohne Netzmittel) erzeugen solche Flecken.
  2. Retikulation (Emulsionsnetz)
    Wenn die Temperaturunterschiede zwischen Entwickler, Stoppbad, Fixierer und Waschwasser zu groß waren (> ca. 5–6 °C Unterschied), reißt die alte, spröde Emulsion auf und es entstehen netzartige oder körnige Strukturen. Das sieht oft „schneeartig“ aus.
  3. Zu wenig / falsche Bewegung (Agitation)
    Zu wenig Bewegung → ungleichmäßige Entwicklung, Bromid-Schleier, Flecken.
    Zu viel / zu heftige Bewegung bei XTOL kann Luftblasen (Air Bells) fördern, die dann kleine runde helle Stellen erzeugen.
    Bei Sheet Film (Planfilm) in Trays oder Tanks ist die Agitation besonders kritisch.
  4. Entwicklungszeit / Verdünnung
    12 Minuten XTOL 1+2 bei ISO 25 (also stark überbelichtet) ist relativ lang. Für frischen Plus-X sind die Zeiten in XTOL 1+2 meist kürzer (ca. 7–9 Min bei 20 °C). Bei altem Film kann längere Entwicklung den Base Fog verstärken und die Emulsion stärker angreifen.
  5. Film selbst beschädigt
    Ja, möglich. Nach 40+ Jahren kann die Emulsion brüchig sein, besonders wenn er nicht kühl/trocken gelagert wurde. Manchmal löst sich die Schicht auch partiell.

Darauf baute ich dann die nächste Entwicklung auf.

(Bild vom Hochbunker auch auf Substack)

Facts

Fuji Fujinon 75mm, 4×5 Kodak Plus-X Pan (Exp. 11/1984), ≈25 ISO, entwickelt in XTOL, 1:2, ≈12 Min., Scan vom Negativ.

  

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