Ich habe dieses Jahr meine Reise nach Schweden mit dem Flugzeug nach Stockholm unternommen. Das hat erstaunlich gut funktioniert, wovon mein folgender Bericht zeugt.
Wie hier im Blog schon mehrfach erzählt, bin ich immer noch nicht mit den Bedingungen meiner Reisen nach Schweden zufrieden. Während die Fähre Travemünde – Malmö per se gut ist, ist es die An- und Abreise an den jeweiligen Fährhäfen nicht. Man muss in für Fußgänger unzugängliche Hafengebiete kommen, was bei viel Gepäck mit Aufwand und Stress verbunden ist. Die Alternative mit der Bahn, letztes Jahr unternommen, stellte mich auch nicht zufrieden. Im Nachtzug nach Schweden mangelte es an Platz und Service.
Also versuchte ich dieses Jahr einen neuen Weg. Mit dem Flugzeug nach Stockholm, einen Tag Aufenthalt und von da weiter mit der Bahn. Dazu musste ich nur mit dem Gepäck umdisponieren, denn ich wollte meine analoge Kamera nicht dem Frachtraum anvertrauen. Also erwarb ich eine neuen Rucksack, der nach Auskunft des Versands unter den Sitz im Flugzeug passen würde. (Angeblich tauglich für die strengen Anforderungen des Billigfliegers R…) Das war auch so und niemand beanstandete die Kamera darin. Allerdings war der Rucksack schon auf eher normalen Strecken (vom Bahnhof zum Hotel in Stockholm) unbequem. Das müsste ich im Falle einer Wiederholung verbessern.
In Frankfurt am Flughafen herrschte am neuen Terminal 3 wenig Betrieb. Einziges unangenehmes Problem, die Security am Check-In weigerte sich meinen analogen Planfilm manuell zu untersuchen. Vor 2 Jahren nach Grönland hatte es noch ohne Schwierigkeiten funktioniert. Jetzt sah ich mich Menschen gegenüber, denen der Begriff „analoger Film“ offensichtlich gar nichts sagte. Auch die Bundespolizei, an die man mich schickte, wollte mir nicht weiterhelfen. Schließlich stellte man mich vor die Alternative, den Film ins Röntgengerät zu geben oder zurückzulassen. Notgedrungen wählte ich die erste Option.
Danach ging es reibungslos weiter. Flug mit Finnair nach Helsinki, dort umsteigen, eine weitere Flugstunde bis Stockholm. Das Gepäck kam sofort an und der Arlanda Expresszug brachte mich in sagenhaften 18 Minuten an den Stockholmer Hauptbahnhof. Zu meinem Hotel waren es zu Fuß knapp 10 Minuten. Ich war von Haustür zu Haustür etwa 9½ Stunden unterwegs gewesen.
Hallo Stockholm
Stockholm hatte ich zuletzt vor 7 Jahren besucht, ein Kurzaufenthalt von nur 4 Stunden. Nachdem ich das Gepäck im Hotel abgelegt hatte, lief ich stracks in Richtung Altstadt, die ich an der Riksbron erreichte. Wie immer nahm mich zauberhafte Atmosphäre Stockholms in ihren Bann. Einige Ecke erkannte ich wieder, so das kleine Café im Park Kungsträdgården an der Oper, weiter an die Skeppsholm, wo ich bei untergehender Sonne rüber zum Königspalast schaute, in meinem Rücken das Grandhotel. Dass man immer so nah am Wasser ist, ist das Schönste an Stockholm.
Damit hatte ich eigentlich fast schon genug Stockholm absorbiert. Denn als ich am nächsten Tag beim Besuch eines kleinen Fachgeschäfts für analoge Fotografie erfahren musste, dass mir wohl niemand helfen könnte, den möglicherweise durch das Röntgen beschädigten Film zu testen, breitete sich hinsichtlich des weiteren Zeitvertreibs in mir Ratlosigkeit aus. Weitere im Netz recherchierte Fotolabore wollte ich nicht aufsuchen, da das mögliche Ergebnis nicht im Verhältnis zum Aufwand stünde, bei der Hitze (ja wirklich!) durch Stockholm zu laufen. Ich hatte schon am Abend zuvor bei einem deutschen Versandhändler eine weitere Packung Film bestellt, die mich voraussichtlich in einigen Tagen an meinem Urlaubsort erreichen würde. Somit hakte ich noch den lauschigen Mosebacke Platz ab und lief zurück ins kleine Café an der Oper, wo ich bei Kaffee und Wienerbröd über den Fortgang des Tages sinnierte. Ein Faltblatt, schon gestern eingesteckt, studierend, kam ich auf die Idee, mit einer Fähre in die Schären raus zu fahren. Das hatte ich noch nie getan.
Die Schiffe fuhren keine 5min vom Café am Skeppsholm ab. Genau richtig, diese Entscheidung. Ich liebe kleine Schiffe und Fähren über alles. Um 14 Uhr ließen wir Stockholm hinter uns. Wasser, Sonne, Wind um mich herum. An Bord Touristen und Ausflügler. Eine kleine Bar versorgte mit allem nötigen. Kosten für eine Tour nur 43 Kronen!
Nach einer Stunde, in der das Schiff zwischen den felsig-bewaldeten Inseln durchkam, immer mehr Natur ansammelnd, landeten wir an der ersten größeren Station, Vaxholm, an, wo ich von Bord ging. Meine Erwartung, von dort eine Bahn nach Stockholm nehmen zu können, erfüllte sich leider nicht. Es gab nur einen Bus. So streifte ich durch den kleinen Ort, der die Sommerfrische aufnahm, hielt mich an einen kleinen Imbiss mit einem zitronigen Teilchen und nahm eine Stunde später die Fähre nach Stockholm zurück. Damit hatte ich den Nachmittag zu größter Zufriedenheit herumgebracht.
Am Abend lief ich vom Hotel aus den Berg an, bis ich an dem kleinen Park die Aussicht auf die Tegnérgatan erreichte, die von dort wieder den Berg abfiel. Früher einmal einer meiner liebsten Blicke in Stockholm.
Auf in den Wald
Den nächsten Morgen bestieg ich in Stockholm den Zug nach Süden, der mich in knapp drei Stunden in die Region meines Aufenthalts brachte. Mitteilungen der Post signalisierten mir, dass dort ein anderes Paket mit Büchern schon auf mich wartete, das ich am Anfang der Woche aus Frankfurt auf den Weg geschickt hatte. (Ich hatte dadurch Gepäck sparen wollen.) Wurde mir im letzten Jahr noch das Paket an einem Laden im Supermarkt persönlich ausgehändigt, musste ich jetzt danach suchen, bis ich vor einer verspiegelten Glasscheibe stand, hinter der sich angeblich die Sendung befand. Noch nicht einmal eine „normale“ Packstation. Zum Glück erklärten mir andere Schweden, die mit mir warteten, dass ich eine „Genehmigung“ an einem Zeitschriftenstand im Supermarkt erwerben musste, die ich durch Vorzeigen meines Ausweises und der Paketnummer erhielt. Danach spuckte das Gerät mein Paket aus. Ich fand das ziemlich nervig, hatte aber Glück noch meinen Bus (der sonst nur alle Stunde fuhr) zu erreichen, der mich dann nicht wenig später an der Straße zu Björns Hütte absetzte. Über den schotterigen Weg durch ein Stück Wald, dann stand ich endlich, gegen 15:30 vor meinem Ziel, ich hatte es geschafft.
Wie ging es so?
Wenn ich mir so diese Reise anschaue, dann würde ich sagen, dass sie insgesamt gut verlaufen ist. Gegen meine Befürchtungen verlief die Strecke mit dem Flugzeug erstaunlich glatt. Unschön war die Sache mit dem analogen Film in der Security, die sich im Falle einer Wiederholung nur dadurch umgehen ließe, mir Film per Post nachschicken zu lassen. Das gleiche gälte für die Rückreise. Auch der Rucksack, den ich für den Transport der Kamera im Handgepäck angeschafft hatte, erwies sich nicht als optimal. Das könnte noch optimiert werden. Einen ganzen Tag in Stockholm müsste ich vielleicht auch nicht verbringen. Insgesamt könnte die Strecke aber eine Alternative zur Anreise mit der Fähre sein.
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