Dieses Mal ging Schweden gründlich daneben. Dabei hatte ich mich mehr als sonst auf meinen Sommer dort vorbereitet. Hier meine Geschichte soweit, mit einigen Bildern.
Ein Hitzesommer?
Unter dem Eindruck des sehr heißen Junis hatte ich vorsorglich meinen Aufenthalt auf der Hütte um einige Tage verlängert und anschließend noch drei Tage in Trelleborg dazu gebucht, um mir noch eine Zeit am Meer zu gönnen, das ich mir als prima Ergänzung zu den Seen im Wald vorstellte.
Insgesamt ein guter Plan, nur dass ich nicht damit gerechnet hatte, dass es auch drei Wochen schlechtes Wetter am Stück geben könnte. Zudem kam noch hinzu, dass ich mir knapp 1 Woche vor der Abreise eine Verletzung der Schulter zuzog, die mich nach reiflicher Überlegung dazu zwang, meine Großbildkamera (normalerweise in einem 2. Koffer mitgeführt) zu Hause zu lassen. Das erste Mal seit 5 Jahren ohne Kamera.
Das mit dem Wetter fing schon am ersten Tag der Reise an. Hatte ich in Frankfurt noch bei schwüler Hitze fast 40min auf den verspäteten Zug (Weichenstörung!) warten müssen, zog sich der Himmel schon in der Wetterau bedenklich zu und hängte gerade vor Kassel trübe Wolken ins Tal. In Hamburg saß ich dann schon mit Pascal am Hauptbahnhof zwischen den Pfützen, bevor zum Glück bei Lübeck die Sonne durchkam und eine freundliche Überfahrt nach Malmö samt sonnigem ersten Morgen in Schweden bescherte.
Die folgende Zeit auf der Hütte brachte dann ein stetiges Auf und Ab von selten schönen und etwas warmen Tagen, die von grauen und teils sehr regnerischen Momenten durchsetzt waren. Mehrere Mal kam es, dass ich fast den ganzen Tag auf der Hütte verbringen musste. Ein warmer und sonniger Schwedensommer sah wahrlich anders aus. Manchmal dachte ich: warum haben wir denn den Klimawandel? Warum ist denn nicht jetzt heiß und trocken, wie zuletzt im Sommer 2020? Greta, was sagst du dazu?
Möglich, dass mehr Wärme mehr Wasser bedeutete, dass dann verdunstete und irgendwo auch abregnete.
Und dann der Schlüssel weg
Als wäre das noch nicht genug gewesen, verschwand gleich in den ersten Tagen mein Frankfurter Schlüsselbund, ohne trotz intensivster Bemühungen wieder aufzutauchen. Wie man sich vorstellen kann, beschäftigte mich dieser unerklärliche Verlust alle folgenden Tage, immer mit der Hoffnung verbunden, jemand hätte ihn doch noch gefunden.
Eine unschöne Situation. Wäre er mir auf der Fähre ins Meer gefallen, hätte ich mich bestimmt geärgert, aber dann vielleicht mit der Unvermeidbarkeit des Ereignisses abgefunden. So dachte ich jeden Tag, er wäre der Tag, an dem sich der seltsame Spuk doch noch glücklich auflöste. Vergebens allerdings. „A miracle“, meinte mein Vermieter Björn.
Ich versuchte die Tage so gut es ging zu nutzen, besonders, mich an den wenigen sonnigen Tagen am See, meistens am Älmeshultasjön, aufzuhalten und mit etwas Mut auch ins Wasser zu steigen.
Weiter voraus und heiter
Als es dann zum Ende hin so aussah, als träte keine Besserung auf, entschloss ich mich, meine Zeit in Trelleborg abzukürzen und drei Tage früher als geplant die Heimreise anzutreten, mit Zugfahrt über Kopenhagen – Flensburg, statt mit der Fähre von Trelleborg nach Travemünde. Da ich so kurzfristig umbuchte, kostete mich das ordentlich Geld, aber meine Nerven waren es mir wert. So verbrachte ich noch einen angenehmen (und leider auch kühlen) Abend bei Christel in Hamburg.
Für das nächste Jahr muss ich dann wohl die möglichen Umstände genauer planen und spontane Änderungen je nach Wetterlage mit einkalkulieren, – auch wenn das dann teurer wird. Der Klimawandel hat seinen Preis.
Fortsetzung folgt…
==> Twitter die ersten Tage in Schweden
==> Meine Radiosendung mit einem Bericht einige Tage nach der Rückkehr
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