Den schon letzte Woche geplanten Ausflug nach Bad Nauheim holte ich diesen Sonntag nach, der sich für diesen Ort in bester Stimmung gab, also trüb und grau. Ein leichter Niesel hing in der Luft.
Vom Bahnhof West erreichte ich Bad Nauheim in rekordverdächtigen 22 Minuten. Mit ein Grund, warum in der Kurstadt die Immobilienpreise so hoch sind. Man ist schneller da als in Kronberg oder Königstein.
Zunächst musste ich feststellen, dass am Sprudelhof immer noch gebaut wurde. Wie lange mag das noch gehen? Im Netz schrieb jemand, so um 2030 sei es vielleicht so weit. Oh weh.
Meinem gewohnten Gang folgend kam ich am Uranus vorbei, an der Elvis Gedenkstätte und am Café, wo sich schon erste Ausläufer des Weihnachtsmarks anschlossen, der dieses Jahr zu meiner Überraschung entlang den Grünanlagen um die Dankeskirche bis zu der Trinkkuranlage reichte und für reichlich Verkehr und Gedränge sorgte. Den Akkordeonspieler hatte es auch vertrieben. Ich fand ihn später im Kurpark wieder. Mir schien, er hatte einige neue Töne hinzugelernt, ohne sein melancholisches Spiel zu vernachlässigen.
Überfüllt auch die Ausstellung des Nauheimer Kunstvereins. Diesmal mit noch mehr Kitsch und Kunstgewerbe. Bitter und gleich wieder weg. Ob es am heutigen 3. Advent liegen mochte, dass sie den Weihnachtsmarkt ausgedehnt und die (ohnehin schon dürftige) Kunst zurückgedrängt hatten? Die letzten beiden Sonntage kam ich am 2. Advent nach Bad Nauheim.
Ich gönnte mir zum Trost eine Bratwurst, worauf ich mich dann an der Usa entlang auf den Rückweg machte. Unterwegs bemerkte ich, dass auch die Minigolfanlage im Park gerade keine Saison hatte. Am Bahnhof bekam ich gleich einen Regionalexpress, der mich ganz geschwind nach Frankfurt zurückbrachte, wo ich zur Teezeit und Dämmerung eintraf. Im Ganzen ein feiner Tag.




