Auch wenn es paradox erscheinen mag, ist der Fachkräftemangel die Grundlage unseres Wohlstands.
Denn in der Kunst herrscht das Gegenteil, es gibt zu viele Künstler und zu wenig Kunst. Das Ergebnis ist verbreitete materielle und konzeptionelle Armut.
Kontext:
Zuletzt noch eine Bemerkung zum Unterschied zwischen „was Kunst ist“ und „wie Kunst als Kunst konstruiert wird“. Die Differenz zwischen beiden Fragestellungen ist nicht mehr so groß, wenn man sie am Ergebnis her betrachtet. Sind sie in der Lage, die Zahl der Künstler im System wirksam zu begrenzen oder nicht? Denn wie immer man die extremen Ungleichheiten im Kunstsystem (und die existieren sowohl im herkömmlichen régime esthétique wie auch in den K_Os) bewerten will, sei es nach den Einkommen, sei es nach den Aufmerksamkeiten, fast alles hängt daran, dass es zu viele Künstler gibt. Denn das ist ein Gewaltzustand ohnegleichen. Jede Art von Abweichung kann sofort umgangen werden, in dem das System andere Künstler auswählt, die sich nicht so anstellen. Deshalb wäre meine Frage an das Konzept der Kunst_Operationen, inwiefern ihnen inhärent ist, die Stellung der Künstler im System zu stärken. Denn es genügt nicht, bloss irgendwie anders oder kritisch zu sein, es muss auch die dafür strukturell-materielle Basis existieren. Die sehe ich bislang nicht gegeben.
(aus einer Mail an eine Freundin)
Gedanke:
Es ist vollkommen normal, dass die Arbeitnehmer versuchen, vor der Arbeit davon zu laufen.
Dadurch ist der Arbeitgeber gezwungen, ein Produkt mit möglichst wenig Arbeit zu produzieren. Das fördert die Innovation.
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Das Produkt ist da besonders schlecht, wo die Arbeitnehmer durch Zwang oder falsche Anreize gehalten werden, bei der Arbeit zu bleiben.
Bestes Beispiel ist die Verwaltung (Beamte!) und die Politik.
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Auch in der Kunst werden die Arbeitenden durch falsche Anreize verführt, bei der Arbeit zu bleiben.
Man redet ihnen ein, es sei ehrenvoll, selbstlos und »mit Leidenschaft« unbezahlt einen Fron zu leisten.
Das ist falsch und kontraproduktiv.
Deswegen verstehen sich Kunst und Verwaltung trotz anderslautender Gerüchte besonders gut. Siehe Stefan Heidenreich.
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Weiter gilt:
Der einzige Sinn der Gewerkschaften muss darin bestehen, Arbeit unbezahlbar zu machen.
// von Twitter am 14.2. 2026 //

