Meine Notizen aus meiner 2. Woche in Paris.
🔵 Montag (9.2.), leicht diesig. Dachte zu einer ersten Recherche ins 14. Arrt. zu fahren, doch als ich am Gare de l’Est die Métro verließ, war mein Rucksack weg. Schocker! Natürlich kam mir gleich der Gedanke, ich könnte ihn in der Wohnung vergessen haben, – bis dahin aber nagte die Unsicherheit. Dann, Glück gehabt. Er fand sich tatsächlich in der Wohnung. Uff. — Meine erste Aktion. Den brachliegenden Tracker meines Frankfurter Schlüsselbundes in eine Seitentasche gegeben. Hoffentlich in Zukunft weniger Aufregeung. Am Abend Atelier de conversation. Wir bildeten drei Gruppen. Ich saß neben Sylvie.
🔵 Dienstag (10.2.), heute im Sprachcafé wieder ein große Gruppe, mindestens 12. Wie spielten das Spiel Lüge oder Wahrheit. Man sollte zwei Dinge von sich sagen, das eine wahr, das andere falsch. Ich war mal Techno-DJ.
🔵 Mittwoch (11.2.), bei Printemps eine nette Cordjacke bekommen und auch noch preisreduziert. Am Nachmittag dann die Voraufzeichnung meiner Radiosendung. Diesmal außer der Reihe zum Weltradiotag. Eben sah ich, dass das Thema „KI und Radio“ lautete. Nicht nur „KI“. Oh, da musste ich arg improvisieren.
🔵 Donnerstag (12.2.), mittags zu Bon Marché. Neulich hatte ich übersehen, dass der chinesische Künstler Song Dong ein riesiges Reenactment von Duchamps Flaschentrocken dort installiert hatte. Wirklich nicht schlecht. Da kehrt der Flaschentrockner an den Ort seiner Herkunft zurück. (Song Dong hatte ich zuletzt vor fast genau 10 Jahren in der Kunsthalle Düsseldorf gesehen, mit Sabine.) Dann weiter im Quartier. Der Uhrenladen, den Manu für mich entdeckt hatte. Muji und der Modeladen in der Rue de l’Odéon. Leider hatten sie keine Cordhosen in einer von mir gewünschten Farben.
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🔵 Freitag (13.2.), morgens wieder Sprachcafé bei Goutte d’Or. Nette Gruppe. Unsere russische Mitstudentin brachte einen alkoholfreien Schaumwein (Champagner darf es ja nicht heißen) zum Testen mit. Ich hatte einen guten Eindruck davon. Desweiteren querbeet durch alle Themen, von indischen Kasten bis englische Privatschulen (warum nennen die das Public School?). Ab Nachmittag Regen. Ich sass wieder beim Bäcker nahe Trudaine. Um 16 Uhr konnte ich via Internet dem Beginn meiner eigenen Radiosendung lauschen. Ich fand es faszinierend. Wollte gar nicht recht wieder auflegen. Über Pigalle mit der M12 zu mir ins Viertel. Dort Einkauf.
🔵 Samstag (14.2.), endlich mal ein Stück kälter, so dass ich den jüngst erworbenen Mantel tragen konnte. Doch zuerst zum Monoprix, damit ich für das heutige Essen alle Zutaten bekam. Dann erst nach Sébastopol (Figaro Week-End am Kiosk) und Place des Victoires/Places des Petits Pères. Pause beim Bäcker. Da ist nie viel los. Von da strikt nach Norden bis Rue Cadet. Bus 85 zu mir. Ab 15:00 begonnen, das Bœuf Bourguignon zuzubereiten. Das muss lange im Topf schmoren.
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🔵 Sonntag (15.2.), nach dem gestrigen fast heiteren Tag wieder unschönes Regenwetter. Diesmal wollte ich es mit einem Museum versuchen. Doch als ich um 13:00 in Maisons-Alfort am Museum Fragonard stand, sagte man mir, er öffne erst um 14:00. Blöd in dieser Ungegend. Ich entschloß mich weiter nach Creteil zu fahren. Dort im Shopping Center Creteil Soleil nahm ich erst einmal einen Burger zur Stärkung zu mir. Daraufhin konnte ich dann zurückfahren uns das Musuem besichtigen.
Zum Abschluss der Tour nahm ich das Shoppingcenter Bercy2 in Augenschein. Nichts los da. Vielleicht 5 oder 6 Läden offen. Kein Kaffee. Alles wirkte sehr trostlos. Sie wollen es anscheinend deshalb auch in einem Jahr, 2027, abreissen. (Obwohl Anfang der 1990er Jahre von Richard Rogers entworfen.) Stellenweise erinnerte mich die Atmosphäre an das Hotel in Kubrick’s Shining. Um die nächste Ecke würde der Schrecken lauern.



