Notizen aus meiner dritten Woche in Paris.
🔵 Montag (16.2.), freundlicher Sonnenschein. Morgens gleich einkaufen. Mein Mantel, der mir gestern noch gute Dienste erwiesen hatte, zeigte sich heute schon als zu warm. Dann ein Ausflug nach Ternes. Dort aber wenig los, da Montag. Ein Besuch beim Bäcker bestätigte die Feststellung, dass hier nicht alle Croissants gut sind. Die meisten sind zu fettig. Am Abend wieder Atelier de Conversation, das mit einer schlechten Nachricht begann. Die nächsten Male fallen aus, wegen Ramadan. Wegen Ramadan??? Ich konnte es nicht glauben. Schocker.
🔵 Dienstag (17.2.), zuerst Sprachcafé bei Robert Sabatier. Tibor macht das gut, wickelt uns ganz beiläufig ins Gespräch durch Fragen nach dem Alltag. Was gibt es zum Frühstück bei Dir? Wie geht Dein Tag? Anschließend gleich in die Rue du Bac. Bei den eher frischen Temperaturen die vielleicht letzte Gelegenheit, dort das Smörrebröt einzuholen. Ein wenig Gefühl von nordischem Winter muss schon sein. Nachmittag Rue du Château d’Eau. Immer wieder schön. Abend Videokonferenz mit der Kunsttalk Gruppe. Jetzt soll es regelmäßig alle 2 Wochen stattfinden.
🔵 Mittwoch (18.2.), wieder Regen. Mittags zum Asiaten nahe Rue du Faubourg Saint-Denis, dann Printemps. Herrenmode. Leider dort keinen erneuten Fund gemacht. Schließlich zum Bäcker bei Trudaine. Eine der Bedienungen da ist ungewöhnlich hübsch. Sie schmettert auch mit einer hellen Stimme jedem neuen Kunden ein markantes „Bon jour“ entgegen. Es schallt durch den ganzen Laden.
🔵 Donnerstag (19.2.), und nochmal Regen. Fahrt nach Place d’Italie. Einkaufszentrum Italie2. Dort schwedisches Möbelhaus. Dachte, man könnte da im Restaurant, wie einst in Altona, bedächtig mit einem Buch abhängen, aber der Bereich erwies sich als Minimalversion einer Kantine mit gerade mal einer Handvoll Tischen, die alle belegt waren. Ich scheiterte zudem am Kaffeeautomaten. Eines der Beispiele, wo es doch geringe Unterschiede zu Deutschland gibt. Also weiter nach Montrouge, wo ich die heute erst im Netz entdeckte Ausstellung „Salon de Montrouge“ besichtigte. Vorher noch eine Stärkung beim Bäcker, der ein charmantes Sofa hatte. Die Ausstellung fand ich überraschend gehaltvoll. Nicht, dass ich mit allem übereingestimmt hätte, aber ich hatte erstmalig den Eindruck, die Künstler hätten sich Mühe gegeben. Zwei Namen merkte ich mir.
🔵 Freitag (20.2.), Sprachcafé bei Goutte d’Or. Wie immer sehr anregend. Erinnere noch, dass Alexine Germinal von Émile Zola empfahl, weil die Handlung gerade im Quartier Goutte d’Or sich abspiele. Muss ich merken. Anschließend zurück zu mir. Wohnung aufgeräumt und auf die Putzfrau gewartet. Sie kam eine Stunde zu spät! Grrrrr. Ich dann zuerst nach Rambuteau für das Früchtebrot, dann Belleville. Beim Bäcker (obwohl laut) in Kunstoperationen gelesen. Buchhandlung in der Rue de Belleville. Kurz durchs Programm geschaut. Zuletzt den Monitor aus dem Schließfach geholt. Dass ich ihn bisher nicht gebraucht hatte, lag daran, dass ich durch den vielen Regen nicht zum Fotografieren gekommen war.
🔵 Samstag (21.2.), sehr aufgeregt, denn heute habe ich mein erstes Jobinterview, auf französisch. Die Händlervereinigung der Rue Versigny hatte auf FB nach Freiwilligen gesucht. Ich habe mich gut geschlagen, wenngleich ich bestimmt nicht alles verstanden habe. Sie suchen vor allem Hilfskräfte für das Straßenfest im Juni. Bin nicht sicher, ob ich da der richtige bin. Aber ein kleiner Anfang. Danach mal gleich einen Kaffee beim Bäcker, Einkauf beim Monoprix und schließlich nach Réaumur-Sébastopol für den Figaro Week-end. Weiter mit dem Bus nach Luxembourg. Es ist heute bei Sonnenschein unglaublich warm, 17° zeigt das Thermometer im Schatten. Dabei haben wir erst 2/3 des Februars. Ich mag besonders diese südwestliche Ecke des Luxembourgs, die nach dem Englischen Garten geht. Ein Hochgefühl. Danach entlang der Rue de Rennes bis Saint-Sulpice.
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🔵 Sonntag (22.2.), unklar ob Regen kommt oder nicht. Nahm dann die RER A bis Nogent-sur-Marne. Sehr farblos da die Vorstadt. Aber das Oranais beim Bäcker kostete 3,10€! Von dort in den Bois de Vincennes. Dort an einem Wasserlauf die ersten Blüten entdeckt, Prunus. Ansonsten war nicht viel los im Gelände und ich schon nach etwas einer Stunde am anderen, westlichen Ende des Parks, bei Porte Dorée. Kurzer Stopp bei einem Bäcker. Weiter bis République, wo ich dann doch auf das chinesische Neujahrsfest stieß. Für mich noch eine Runde am Canal Saint-Martin. Eine der angenehmsten Ecken in Paris.

