Notizen aus meiner 7. Woche in Paris.
🔵 Montag (16.3.), nach dem gestrigen warmsonnigen Tag heute sehr grau und unfreundlich. Immerhin bekam ich eine Mail vom Finanzamt, die den Vorgang etwas aufklärte. Dadurch besserte sich gleich meine Stimmung. Einkauf bei Pont Cardinet im Carrefour. Am Nachmittag wieder Telefonat mit dem werten Cousin. Später nochmal zur Rue des Martyrs, wo ich hoffte, die Bürgermeisterin des 9. Arrt. beim Wahlkampf anzutreffen. Nach der gestrigen ersten Runde der Kommunalwahlen stand für den kommenden Sonntag die Stichwahl an. Die Frau Bürkli kam auf Twitter immer sympathisch herüber. Daher wollte ich sie auch einmal in echt sehen. Leider tauchte sie nicht auf.
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🔵 Dienstag (17.3.), morgens wieder Sprachcafé bei Robert Sabatier. Ich unterhielt mich danach mit einer japanischen Teilnehmerin. Sie sagte, sie wäre Stadtplanerin. Ich schlug ihr vor, mich auf meinen Erkundungen der Banlieues zu begleiten. Vielleicht klappt das ja? Am Nachmittag zum Einlaufen nach Ternes. Rue Poncelet. Am Abend wieder Videokonferenz mit der #Kunsttalk Gruppe. Eine wilde Themenmischung, von mir notiert:
Friedhöfe
Dada und Tod in Zürich
Busenattentat auf Bazon Brock
Höhere Soziologen befehlen
Luhmann und Alsleben
Ich kann keine Kunst mehr sehen
Am Ende blond
Stadtleopard
Teilnehmerin Birgit hat das bei sich auf Twitter noch ausführlicher dokumentiert.
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🔵 Mittwoch (18.3.), wieder strahlender Sonnenschein. Ich beschloß, die Kirschblüte im Jardin des Plantes zu besuchen. (Erinnerung: ich war an meinem letzten Tag im November zuletzt dort. Damals herrschte Spätherbststimmung.) Für die einzelnen Bäume gab es sogar eine eigene Karte, auf der sie eingetragen waren. Praktisch.
Im Anschluß lief ich die Rue Monge entlang, die mir schon mehrfach als sehr behäbig aufgefallen war. In einem Antiquariat erwarb ich drei Ratgeberbücher aus den späten 1970er Jahren, darunter ›Telematique‹ (damals waren 48kBits Highspeed!). Am Place Jussieu Pause, die ich dazu nutzte, mir den Einlass auf den Campus der Sorbonne anzuschauen. Danach glaubte ich, es auch versuchen zu können. Man musste nur zielstrebig und demütig dem Pförtner der Rucksack vorzeigen. Ausweis wurde nicht gefragt. Dann war ich drinnen. Ein riesiges Gelände, das aus mehreren Türmen bestand, die durch Ebenen oberhalb des normalen Niveaus verbunden waren. Niemand da unterwegs. Ob Semesterferien?
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🔵 Donnerstag (19.3.), unschlüssig. Wusste nicht recht, was tun. Fuhr zur Cité Universitaire. Auch da Kirschblüte. Weiter in Richtung Alésia/Denfert-Rocherau, wo ich am Gelände des Ancien Hôpital Larochefoucauld vorbeikam. Ich wusste, dass es sich um ein Objekt im Zustand der Transformation handelte. Da bemerkte ich am Eingangstor einen Zettel, der neben anderen Veranstaltungen für heute abend eine offene Fotogruppe ankündigte. Ei, dachte ich, genau für mich.
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🔵 Freitag (20.3.), astronomischer Frühlingsanfang (Printemps), morgens wieder Konversation bei Goutte d’Or. Eigentlich sollten wir ein Spiel spielen, bei dem man zufällig ausgewählte Sätze in einer emotional fremden Tonlage sprechen sollte. Wie wir dann auf Esperanto kamen und da hängen blieben, weiß ich auch nicht mehr.
Krasser Sonnenschein heute, wie schon die ganze Woche. Ich unternahm einen Ausflug in die Banlieue, nach Chelles. Ganz im Osten von Paris. Dort sah ich mir das Shoppingcenter Terre Ciel an. (Ich kam darauf, weil man es links der Bahnstrecke nach Frankfurt sieht.). Ein riesiger Bau. Aber leer, fast gespenstisch, und das an einem Freitag nachmittag.
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🔵 Samstag (21.3.), mein Programm. Zeitung bei Réaumur-Sebastopol, dann zum Bäcker am Place de Petits Frères. Dann Jardin du Palais Royal.
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🔵 Sonntag (22.3.), Ausflug nach Meaux.

