Ein kühler Sommer in Schweden

Sommerstimmung. Blumen am schwedischen See.

Blumen am schwedischen See

Dass die Temperaturen in Schweden, gerade nach der Hitze, unter den unseren liegen könnten, hätte ich mir denken können, überraschte mich aber dann trotzdem. Nach den beiden Bilderbuchsommern 2024 und 2025 fiel mein Sommer 2026 in Schweden etwas gedämpfter aus.

Schaue ich auf meine Fotos, die ich nach der Rückkehr als eine Art Ernte, Ertrag meiner Reise besitze, so bilden sie nicht unbedingt meine Erfahrung ab, geben durchweg ein freundliches Bild von Wärme und Zuvorkommenheit ab, was täuschen mag, da ich eben nur an den angenehmsten Tagen fotografiert hatte.

Mit dem Badewetter sah es, meine ich, nicht so gut aus. Die ersten Tage waren frisch, dann hatte ich am Dienstag (4.8.) einen Tag mit kräftiger Wärme und Badplansch am großen See, ganz so, wie es ein sollte. Worauf dann schon am nächsten Tag die Temperaturen fielen und der Himmel sich zuzog. Immerhin günstig für die Fotografie. Und dann immer wieder Sturm, stürmischer Wind, der selbst bei Sonnenschein die Badestimmung drückte. In der zweiten Woche musste ich morgens immer wieder die Heizung anstellen.

Mit dem Paddleboard auf meinem See, 9.8. 2026

Mit dem Paddleboard auf meinem See, 9.8. 2026

Pluspunkt, mein Sup Board, im letzten Jahr angeschafft, hatte den Winter in Björns Schuppen überstanden und half mir, die weniger guten Tage zu überbrücken, denn, abgesehen vom Sturm, ließ sich immer noch mit dem Brett über den See paddeln oder treiben lassen. Ein großer Zugewinn. Den unsicheren Bedingungen geschuldet, blieb mein Aktionsradius eingeschränkter als 2025. Ich badete eigentlich nur in meinem Haussee und im weiter entfernter gelegenen Älmeshultasjön. Dort herrschte leider einiger Betrieb.

Die Trockenheit

Sehr sehr trocken, wie Stroh. Beim Beerensammeln, 8.8. 2026

Sehr sehr trocken, wie Stroh. Beim Beerensammeln, 8.8. 2026

Hatten wir in Frankfurt ja schon im ganzen Juli keinen Regen gesehen, so sah es in Schweden nicht besser aus. Dass ich in 14 Tagen vielleicht 3 Tropfen Regen sah, mochte für den Aufenthalt angenehm gewesen sein (kein einziger Tag in der Hütte), für die Natur bedeutete es hingegen eine Zumutung. Am Anfang meiner Tage sah alles noch gut aus, in der zweiten Woche jedoch wurde der Rasen vor meiner Hütte von gelben Blättern übersäht, als wäre es Herbst. Gerade die Birken warfen schon ihre Blätter ab. Im Wald, beim Beerensammeln knirschte der Waldboden unter mir wie trocken Stroh. Die Himbeeren sahen noch gut aus, es gab ihrer auch viele. Die Blauen Waldbeeren dagegen litten sehr. Meine Ernte fiel sehr bescheiden aus. Dass der Wasserstand der Seen nicht gesunken war, grenzte an ein Wunder.

Die Fotografie

Mit der Kamera im Wald, am bewährten Stück in Husgölen, 5.8. 2026

Mit der Kamera im Wald, am bewährten Stück in Husgölen, 5.8. 2026

Nach der Problematik mit der Security in Frankfurt hatte ich schon in Stockholm umgehend eine Ersatzpackung Film bestellt , die am Dienstag bei mir eintraf, genauer im Nachbarort Anneberg. Ganz süßer Laden übrigens. Mit meinen Büchern kamen 2 weitere Packungen an, so dass ich gut bestückt war. Der stürmische Wind hingegen, der neben den Blättern auch die Wolken arg zerzauste, machte große Probleme. In der ersten Woche fanden sich aber zwei windstille Tage, an denen ich schon 10 Blatt belichtete und erst zum Ende der zweiten Woche hatte ich noch einmal Glück, so dass ich insgesamt auf 14 Blatt kam. Gemessen daran, dass mir letztes Jahr nur 7 Blatt beschieden waren, eine gute Ausbeute. Bei den Motiven musste ich mich bemühen, neue Orte neben den bewährten zu entdecken. Manchmal nicht einfach. Bei Wind erwies sich der Steinbruch in der Nähe als günstig, weil sich dort anders als im Wald nichts bewegen konnte. Dieser Steinbruch frisst sich Jahr um Jahr in die Landschaft, eine wahre plastische Aufgabe.

Die Sonnenfinsternis

Zur Stunde der Sonnenfinsternis, gegen 19:45, am 12.8. 2026

Zur Stunde der Sonnenfinsternis, gegen 19:45, am 12.8. 2026

In meinen Aufenthalt fiel auch eine Sonnenfinsternis, die erste, meine ich, seit 1999. Zur selben Zeit wie damals, nur, dass sie gar nicht in Skandinavien zu sehen war. Sondern in Süddeutschland. (Er regnete auch in Strömen.) Auch jetzt lag das Zentrum im Süden, in Spanien. In Schweden sollte nur eine teilweise Verdunkelung von etwa 83-86% auftreten, unter der ich mir wenig vorstellen konnte. Zudem würde die Sonne zum Höhepunkt der Verfinsterung nur noch knapp über dem Horizont stehen und schwer zu beobachten zu sein. Tatsächlich konnte ich an der Sonne selbst wenig Änderung bemerken. Gegen 19:43 trat aber eine deutliche Verdunkelung auf, die der sonst typischen Helligkeit widersprach. Die Sonne stand schon hinter dem Wald. Ich ließ die Drohne aufsteigen, die keine ungewöhnliche Bedeckung erkennen ließ. Vielleicht ergibt sich ein Detail noch, wenn ich das Bild im Raw entwickele. Bis zur nächsten Sommerfinsternis in unseren Breiten habe ich noch etwas Zeit. Sie soll erst 2081 stattfinden.

Die sonstige Zeit

Ging schnell herum, nach meinem Gefühl. Das Bäckerauto aus Flisby fehlte diesmal. Nicht hingegen der Fischhändler am ICA Markt, der mich zuverlässig und günstig versorgte. Von den Preisen hatte ich den Eindruck, dass sie weitgehend dem letzten Jahr entsprachen. Der erste Einkauf, meine Referenz, war ein Stück günstiger, aber das glich sich über die Zeit wieder aus.

Weitere Eindrücke:

Am Älmeshultasjön, 14.8. 2026

Am Älmeshultasjön, 14.8. 2026

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Auf dem Weg ins Dorf, 11.8. 2026

Auf dem Weg ins Dorf, 11.8. 2026

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Am See, 1.8. 2026

Am See, 1.8. 2026

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