Ein Wetter für einen Ausflug, vielleicht mit einem Dampfer, einem Ausflugsdampfer. Ein solcher blauer Himmel. Früher hätte man „Kaiserwetter“ gesagt. Ich natürlich nicht.
Ich musste mich überwinden, für das Rad und für die Richtung in Richtung Eschersheim, auf den heimlich bekannten Wegen an der Grenze zu Eckenheim, wo sich etwa auf Höhe des Dornbuschs die Albert-Schweitzer-Siedlung befand, eine Anlage vom Ende der 1950er Jahre, die mir immer wieder Bewunderung abrang für ihre parkähnliche Anlage, ohne größeren Autoverkehr, zwischen Rasenflächen die meist viergeschossigen Wohnzeilen verteilt. Warum kann man heute nicht mehr so bauen? Liegt es am Platzverbrauch, dass heute das Wohnen auf solchen Flächen zu teuer würde?
Ich kam bei Eschersheim, Weißer Stein, an die Nidda, die ich grüßte, bevor ich nach Ginnheim abbog, wo ich das Glück hatte unter der Bahn durchschlüpfen zu können, um dann steil den Berg an, die Kurhessenstraße zu erreichen, auf der ich bis zu den Grünanlagen radelte, in deren Verlauf ich mich schon fast in den Bereich heimatlicher Gefilde begab, Raimundstraße und schließlich die Hansaallee bis zum Uni Campus West.
Eine Tour von vielleicht 1½ Stunden. Mehr war heute bei dem Sonnenschein nicht zu machen. (Schnitzel mit Kartoffelsalat in der Zur Golden Kron, Eschersheim, 17,50 Euro)
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Und so meine Woche, die ich gerade durchgebracht hatte:
🔵 Montag (21.9.), morgens Post von meiner Vermieterin in Paris, die meine Anfrage zur Vermietung bestätigte. Sehr gut. Ab November wieder Paris. Bis dahin sind es noch 5 Wochen, die ich irgendwie durchbringen muss. Am Nachmittag Telefon mit dem werten Cousin, das erste Mal seit der Sommerpause. Bei ihm wenig Neues, die Rechtshändel dauern an, ohne bislang greifbare Ergebnisse.
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🔵 Dienstag (22.9.), was tun den ganzen Tag? Notizbuch vermerkt sonnige Stunde im Rothschildpark.
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🔵 Mittwoch (23.9.), Herbstanfang. Mittags im Sportstudio. Dann Französischkurs, dritte Stunde. Ich hatte mich schlecht vorbereitet, das Conditionnel présent nicht wirklich verstanden. Aber jetzt weiß ich es: SI + imperfait => verbe au conditionnel. « Si tu avais plus de temps, tu jouerais au tennis. »
Nach dem Kurs bin ich noch mit einer Frau aus dem anderen Kurs zur U-Bahn gelaufen, Diana, sehr angenehme Person. Sie will Anfang Januar(!) mit der Familie nach Paris und fragte mich über alles aus, weil sie noch nie oder schon lange nicht mehr in Paris war.
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🔵 Donnerstag (24.9.), grau und Konstimarkt. So unentschlossen, dass ich erst einen Kaffee brauchte, doch das Bäckerauto auf dem Markt war verschwunden. Letzte Möglichkeit bei McD. Auch gut. Nachmittags in der Unibib. Im hinteren Teil entdeckte ich einen Schuber mit Ausgaben der Photonews. Da ließ sich wunderbar durch alte Ausgaben stöbern.
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🔵 Freitag (25.9.), mit Mascha Kaléko im Rothschildpark (den Sammelband Lyrik und Prosa hatte ich wohl gestern an der Uni mitgenommen.) Auf dem Rückweg Konfrontation mit einer Lastenradfahrerin, die sich erdreistete, auf dem Bürgersteig zu fahren. Unglaublich, was sich diese Leute herausnehmen. Fassungslos macht mich, dass sie nicht den Hauch eines Unrechts erkennen können.
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🔵 Sonntag (27.9.), nach meiner Rückkehr von der Radtour besuchte ich etwas später die Webseite der Kölner Bloggerin Ute Vogel, die leider seit dem Ende von Twitter anderswo unterwegs ist. Ich las da vom Tod eines Onkels, dessen Beerdigung in Holland live ins Internet gestreamt wurde. Was für eine großartige Idee! Das hätten wir letztes Jahr bei unserer Mutter haben müssen, als wir nur zu fünft um das Grab standen. Alle anderen waren schon zu alt und zu gebrechlich oder anderweitig verhindert, um nach Berlin zu kommen. Ich wünsche mir das unbedingt für meine eigene Beisetzung, passend für einen Medienkünstler, der ich mal war. Mein letztes Kunstwerk, Livestream!

