Was tun? Komplett ratlos ob des makellos blauen Himmels. Es hätte auch regnen können. Für einen Moment dachte ich an Bad Nauheim, aber da war ich ja schon letzte Woche. Die Karte schlug mir den Botanischen Garten vor. Immerhin noch ein freundlicher Ort.
Leider war es dort nicht so still wie erhofft. Nirgendwo eine Ecke, in der ich nicht von aufdringlich promenierenden Spaziergängern gestört worden wäre. Ich packte schnell wieder ein. Zuhause so erschöpft, dass ich mich mit Mühen auf den Beinen halten konnte. Die Verabredung der mit der Nachbarin für den frühen Abend hätte ich beinahe abgesagt.
Später noch die Katastrophe in Sachsen-Anhalt. AfD holt dort 43,8%. CDU halbiert auf 17%.
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Und so die vergangene Woche:
🔵 Dienstag (1.9.), zweidrittel des Jahres liegen hinter mir. Werde ich das kommende Drittel produktiv ausnutzen können? Vor allem, werde ich nach Paris zurückkehren können? Abends wieder #Kunsttalk, viel unnützes Gerede. Ein Treffen im realen Raum wird angedacht. Sicher keine schlechte Idee, aber dem Aufwand sollte auch Verständnis und Übereinstimmung vorausgehen. Ich bin weiterhin skeptisch, ob das gegeben ist.
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🔵 Donnerstag (3.9.), ich muss weitere Testbilder machen, bevor ich Filme aus Schweden entwickeln kann. Ist der Retropan kaputt, falsch belichtet oder in Kombination mit dem Entwickler unbrauchbar? Ich mache zwei Probeaufnahmen an der Hansaallee, Institut für normative Ordnungen.
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🔵 Freitag (4.9.), Besuch bei einem Bekannten, der in einem alternativen Kunstraum ausstellt, nachdem ich schon letzte Woche die Eröffnung ausgelassen hatte. Wir saßen nach Betrachtung der Werke noch im Foyer, als ein weiterer Bekannter meines Bekannten erschien und sich über das neue Kunstwerk auf der Konstablerwache beklagte (ohne Ausschreibung, 2,3 Mio. aus nicht verbrauchten Haushaltsmitteln, an der Frankfurter Kunstszene vorbei). Von Seiten der Künstler wenig Kritik. Was mich auch nicht weiter überraschte. „Frankfurter Künstler sind halt doof“, meinte ich. (Was das politische Bewusstsein angeht.) Damit hatte ich mich dann schwer in die Nesseln gesetzt, aber ich blieb bei meiner Aussage, denn ich habe ja in den 1990er und den 2000er Jahren mit Thing Frankfurt in genau der Ecke gearbeitet. Ich kannte die Frankfurter Kunstszene ziemlich gut. Man hat halt lieber weiter gemalt, als sich politisch zu engagieren. So ein Zwist ist unschön, aber wahrscheinlich der Preis, den ich zahlen muss, wenn ich nicht mehr an die Kunst glaube. Die anderen, die noch gläubig sind, fühlen sich von mir in Frage gestellt und reagieren entsprechend gekränkt. Ich gehe ja sowieso kaum noch zu Kunstveranstaltungen.
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🔵 Samstag (5.9.), heute die französische Konversation. Zuerst war ich etwas bange, dass nur Deutsche daran teilnehmen würden (in Paris dagegen die ganze Welt), aber das verflog ganz schnell, weil es nur darum ging, Französisch zu sprechen. Die Leiterin hat das auch sehr nett gemacht, uns einfach von Urlaub und Freizeit erzählen lassen. Das wichtigste war, schon im Vorfeld die französischen Vokabeln im Kopf kreisen zu lassen. Anschließend noch kurz einen Bekannten getroffen. Auf der Bergerstraße, eine Weinschenke, angeblich ein Projekt von Annette Gloser, die sich aber nicht blicken ließ. Die Begleiterin meines Bekannten fertigte eine Zeichnung von mir an.
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